Kultur im VEST


Recklinghäuser Projekt „Schicht am Schacht.
Das Paulusviertel nach der Kohle“ erfolgreich gestartet.
Freuen sich über zahlreiche Besucher in der RETRO STATION: Projektleiterin Dr. Johanna Beate Lohff (links im Bild) und Dr. Angelika Böttcher, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Stadtgeschichte. ONsüd-Bilder: Sebastian Pokojski

von Sebastian Pokojski

Unter dem Titel „Schicht am Schacht. Das Paulusviertel nach der Kohle“ läuft seit dem 1. September 2018 ein neues Projekt in der Recklinghäuser RETRO STATION im Institut für Stadtgeschichte, das in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement im Paulusviertel, dem Deutschen Kinderschutzbund Recklinghausen e.V., dem Geschichtskreis General Blumenthal und der Grundschule Hohenzollern umgesetzt wird. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes und von der RAG-Stiftung gefördert. Wir von ONsüd haben das Projektteam drei Monate nach Beginn bei einer seiner Sitzungen besucht und sprachen mit Projektleiterin Dr. Johanna Beate Lohff.


Dr. Johanna Beate Lohff 
kommt ursprünglich aus Kiel.
Jetzt wohnt sie mit ihrer Familie
im Ruhrgebiet. 
Sie arbeitet u. a. als
freie 
Mitarbeiterin für das 
Ikonenmuseum in Recklinghausen
und hat 
die Verantwortung für das
Projekt „Schicht am Schacht.
Das Paulusviertel 
nach der Kohle“. 
Ihr Weg ins Ruhrgebiet
führte nach dem Studium
in Köln über eine Doktorandenstelle
an der Bibliotheca Hertziana in Rom.


ONsüd: Welches Ziel verfolgt das Projekt?
Dr. Lohff: Uns ist es ein wichtiges Anliegen, den Strukturwandel nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus in Recklinghausen als aktuelles Thema in das Museum zu bringen und die RETRO STATION als ehemaliges Vestisches Museum noch weiter mit der Bevölkerung vor Ort zu vernetzen. Dies geschieht vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und durch verschiedene Aktionen und Workshops, an denen sich Bürger vor Ort beteiligen und aktuelle Themen besprechen können. Wir wollen quasi auch als Diskussionsforum agieren.


ONsüd: Was haben Sie konkret schon umgesetzt?
Dr. Lohff: Seit Projektbeginn arbeiten wir daran, die Öffentlichkeit zu informieren. Es gibt mittlerweile eine Projekthomepage, und für die Socialmedia- Arbeit ist unsere studentische Hilfskraft Margarita Eckert zuständig. Wir haben mit dem Theaterpädagogen Michael Kallweitt eine Theaterproduktion mit Kindern der Grundschule Hohenzollern, deren Aufführung für voraussichtlich Anfang April geplant ist, begonnen. Für die Osterferien ist ein Trickfilmworkshop mit Kindern geplant, und wir beschäftigen uns mit der Umgestaltung des Zechengeländes General Blumenthal mit den Schächten I, II und VI unter künstlerischen Gesichtspunkten. Die Workshopreihe wird mit der Recklinghäuser Künstlerin SARIDI. (Sabine Riedel-Dieckmann) mitgeleitet. Darüber hinaus ist eine App für die Bergbauabteilung im Museum in Planung und eine abschließende Ausstellung. 

ONsüd: Wie ist die Resonanz?
Dr. Lohff:  Wir haben bereits viele Kinder über das Theaterprojekt erreicht. Wichtig ist es für uns auch alle weiteren Altersschichten in die Projektarbeit mit einzubinden. Das Projekt soll noch mehr Gehör finden. Wenn ich daran denke, dass viele jüngere Generationen sich und ihre Heimat nicht mehr wie früher mit dem Bergbau identifizieren, ist es umso wichtiger, dass wir  mit unserem Projekt möglichst viele Bürger informieren.

ONsüd: Wer kann mitmachen und wie ist Ihr Team erreichbar?
Dr. Lohff:  Im Prinzip jeder. Wer Interesse an den Angeboten rund um das Thema „Das Paulusviertel nach der Kohle“ hat, kann sich seit Mitte Dezember auch online informieren: Auf der Projekthomepage www.schichtamschacht.info gibt es einen Überblick über das Projekt und Informationen rund um die RETRO STATION im Recklinghäuser Institut für Stadtgeschichte. Das Team freut sich über Anregungen und bietet Interessierten gerne projektbezogene Mitarbeit an.
Wir sind auch telefonisch zu erreichen, und wer sich in der RETRO STATION umschauen möchte, kann dies kostenlos zu den Öffnungszeiten des Institutes für Stadtgeschichte an der Hohenzollernstr. 12 in 45659 Recklinghausen (Mo, Di und Fr 8-13 Uhr, Mi 8-16 Uhr und Do 8-18 Uhr) tun.

Das Team freut sich auf Ihre Mitarbeit: (von links) Dr. Angelika Böttcher, Theaterpädagoge Michael Kallweitt, Dr. Johanna Beate Lohff, Quartiersmanager der AWO Helmut Scholz und Rolf Euler vom Geschichtskreis Blumenthal. Nicht im Bild: Marie-Christin Oneschkow vom Deutschen Kinderschutzbund Recklinghausen e.V.




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