REISE
Die Osterinsel / Rapa Nui
ein Gastbeitrag von Rita Nowak (Text & Fotos)
ein Gastbeitrag von Rita Nowak (Text & Fotos)

Auf dem Weg von Peru nach Französisch-Polynesien besuchten wir am 26. und 27. Januar 2023 die Osterinsel. Einen Hafen für große Schiffe gibt es nicht, also sind wir mit Tenderbooten an Land gebracht worden.
Die Osterinsel ist eine Insel in Form
eines Dreiecks und ist 162 qkm groß. Etwa die Hälfte ist Nationalparkgeländer. Hierfür wird eine Eintrittsgebühr von 80 Euro verlangt. Die Insel liegt im südöstlichen Teil des Pazifiks und liegt wie die meisten Inseln Polynesiens abgelegen von anderen Inseln und vom Festland. Bis zum chilenischen Festland sind es etwa 3500 km, bis Pitcairn etwa 2100 km und bis Tahiti etwa 4200 km. Politisch gehört sie zu Chile, geografisch zu Polynesien. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 8000 Menschen, die zu etwa 60 Prozent ethnische Polynesier sind und überwiegend in dem einzigen Ort Hangiroa wohnt. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle.
Da die Osterinsel eine gewisse Autonomie genießt, ist Spanisch zwar die Amtssprache, jedoch wird die Sprache Rapa Nui oft gesprochen und findet im Unterricht seit Jahren Anwendung. Öffentliche Aushänge sind daher in Spanisch und Rapa Nui. Die Sprache der Ureinwohner ist ein Dialekt, der sich aufgrund der Isolation entwickelt hat und mit den anderen Sprachen in Polynesien wie Tahitianisch verwandt ist.
Entstanden ist die Insel vor etwa 3 Millionen Jahren durch Vulkantätigkeit und ist eigentlich der Gipfel eines Vulkans. Das für viele pazifische Inseln charakteristische Korallenriff fehlt, die Küste fällt steil bis zu einer Meerestiefe von 3000 Metern ab
Ihre Namen Osterinsel erhielt sie von ihrem Entdecker Niederländer Jakob Roggeveen, der im Auftrag der Westindischen Handelskompanie am Ostersonntag, dem 5. April 1722, mit drei Schiffen dort landete. Die Polynesier nennen sie jedoch Rapa Nui.
Besiedelt wurde die Insel von Westen im Rahmen der polynesischen Völkerwanderung her etwa im 5. oder 6. Jahrhundert. Wahrscheinlich war die Insel zu dieser Zeit dicht bewaldet. Dieser Wald wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte komplett abgeholzt. Durch Raubbau, Klimawandel und intensiven Viehhaltung reduzierte sich auch die epidemische und nicht sehr umfangreiche Fauna und Flora.
Bekannt ist die Insel vor allem durch die großen Steinfiguren, die Moai. Es gibt um die 600 dieser Monumente über die Insel verstreut. Den genauen Hintergrund für das Aufstellen ist nicht bekannt. Die Wissenschaft nimmt an, dass es einen zeremoniellen Grund gibt und sich um eine Ehrung bzw. Verehrung von Häuptlingen handelt. Ende des 17. Jahrhundert wurde der Kult beendet und die meisten Figuren umgeworfen. Der genaue Grund dafür ist nicht bekannt. Populär gilt, dass mit dem Raubbau die Lebensgrundlage der Bewohner zerstört wurde, weil die natürlichen Ressourcen verbraucht waren und dies zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes auf der isolierten Insel geführt hat. Das sollte eine Warnung für uns sein!
Nicht so bekannt ist, dass die Osterinselkultur eine eigene Schrift entwickelt hat. Die Rongorongoschrift (dt. Gesang, Rezitation, Vortrag) nennt man die einzigartige Schrift der Osterinsel. In Ozeanien hat sich nur auf dieser abgelegenen Insel ein Schriftsystem entwickelt. Es steht völlig isoliert und ist mit keiner anderen Schriftart der Erde vergleichbar. Bis heute ist sie nicht entziffert, obwohl es einige Ansätze zur Deutung gibt. Es gibt weltweit 25 Holztafeln mit dieser Schrift.