Donnerstag, 21. Juni 2018

Reiseinterview - Russland


Immer wieder Russland – ein Reisebericht
10 Fragen an Andreas Makarow
von Sebastian Pokojski

Venezianisches Flair in Nordwest-Russland: Ein Blick in die Kanalstraßen von St. Petersburg ONsüd-Bilder: A. Makarow

ONsüd: Hallo, Sie sind bereits seit Ihrer Übersiedlung nach Deutschland vor 20 Jahren regelmäßig in Russland. Was fasziniert Sie so an Russland, dass Sie immer wieder dorthin reisen, abgesehen davon, dass es Ihre Heimat ist?
Andreas Makarow: Die bunte Natur und Größe des Landes beeindrucken und faszinieren mich. Große Städte wie Moskau und St. Petersburg mit Highlights im kulturellen Bereich und im Kontrast dazu menschenleere wilde Landschaften und kleine Siedlungen zeigen wie vielfältig Russland ist. Die Begegnungen mit Mitmenschen verschiedener Traditionen und Kulturen und die herzlichen Treffen mit meinen Freunden machen mir jedes Mal aufs Neue große Freude. Ursprünglich komme ich aus Zentralrussland und bin in Orjol aufgewachsen. Orjol liegt an der Oka, rund 350 km südwestlich von Moskau.
In diesem Jahr war ich zu einem Studientreffen in St. Petersburg, wo ich 1983 als Diplom-Mathematiker mein Studium abgeschlossen habe.

Die Kuppel der Isaakskathedrale ist im Hintergrund zu erkennen.
ONsüd: Wie sind Sie dorthin gekommen?
Andreas Makarow: Natürlich, bei so einer weiten Reise, bietet sich das Fliegen an. Aber man kann St. Petersburg auch in einer sehr schönen Schiffsreise über die Ostsee erreichen.

ONsüd: War es schwierig von Deutschland auf Russland umzuschalten?
Andreas Makarow: Da ich fast regelmäßig dort bin, habe ich gar keine Schwierigkeiten in den russischen Alltag zu tauchen. Mir ist aufgefallen, dass im Laufe der Zeit die Unterschiede zwischen den Ländern schwinden.

ONsüd: Konnten Sie sich gut mit den Einheimischen verständigen?
Andreas Makarow: Sprachbarrieren gibt es kaum, aber neue Redewendungen müssen mir dann schon mal erklärt werden. Es gab auch Tage, da wurde ich förmlich überrannt mit Fragen zum aktuellen und politischen Geschehen.

ONsüd: Gab es Momente, in denen Sie Deutschland vermisst haben?
Andreas Makarow: In einer Fünf-Millionen-Stadt gibt es fast rund um die Uhr die ganze Woche viel Leben und den dazugehörigen Lärm. Die Ruhe in meiner Recklinghäuser Wohnung in der Nacht habe ich da meistens vermisst.

Skyline von St. Petersburg
ONsüd: Wenn jemand Sie bitten würde, ihm Empfehlungen zu geben, was er sich in Russland unbedingt ansehen sollte, was würden Sie ihm sagen?

Andreas Makarow: Wenn Sie Russland je nach Budget und Interesse kennen lernen möchten, sollten sie auf jeden Fall die Kulturzentren Moskau und St. Petersburg besuchen. Für Naturliebhaber empfehle ich Flussreisen auf der Wolga und Don, ein Ausflug zum Baikalsee und zur Halbinsel Kamtschatka.

     
Alexandersäule vor dem Winter Palace
ONsüd: Gab es im letzten Urlaub etwas, von dem Sie sagen würden, dass es Ihnen nicht gefallen hat?
Andreas Makarow: Eine plötzliche Straßensperre am Hotel, von der auch nicht der Taxifahrer wusste, kostete mich fast den Rückflug. Ich habe es noch gerade bis zum Flughafen geschafft.

ONsüd: Können Sie jetzt spontan sagen, ob Sie noch einmal nach Russland reisen würden?
Andreas Makarow: Selbstverständlich, da Russland sehr groß und vielfältig ist, kann man immer wieder Neues entdecken.

ONsüd: Wenn Sie sich dafür entscheiden würden noch einmal nach Russland zu reisen, würden Sie etwas anders machen als letztes Mal?
Andreas Makarow: Ich würde neue Ziele auswählen.

ONsüd: Gibt es noch ein anderes Land, in welches Sie reisen würden?
Andreas Makarow: Ich würde gerne nach Thailand fliegen, weil ich die Natur und Kultur dort gerne kennenlernen möchte.


 
Winter Palace im Vordergrund die Newa

Isaakskathedrale mit prachtvoller Goldkuppel

Blick auf die Nehrung der Wassiljewski-Insel. Der Hafen im Hintergrund.
 
Die Isaakskathedrale im Mittelpunkt auf dem Bild.